ALPINA

Anpralldämpfer nicht rückleitend

1. Was ist ein Anpralldämpfer?

Ein Anpralldämpfer ist eine Schutzvorrichtung, die im Falle eines Aufpralles die Energie absorbiert und somit den Aufprall mindert.

2. Wie funktioniert ein ALPINA Anpralldämpfer?

Der nicht rückleitende ALPINA Anpralldämpfer besteht aus dauerelastischem Material, welches 3 bzw. 5 Luftkammern (je nach Leistungsstufe und Type) bildet. Beim Anprall wird die Luft in den Kammern komprimiert. Die Luft strömt durch Drosselventile zwischen den Kammern und entweicht durch Ablassventile. Dadurch wird die Aufprallenergie absorbiert und der Rückprall minimiert.

3. Wie funktioniert ein SNOLINE TAU® Anpralldämpfer?

Die Snoline TAU® Anpralldämpfer sind modulartige Anpralldämpfer und arbeiten auf der Basis von Luftkompression. Sie bestehen aus Stahlrahmen und externen 3-welligen Leitschienenpanelen, die sich bei einem frontalen Anprall teleskopartig zusammenziehen. Innerhalb jedes Moduls befinden sich ein oder zwei hochresistente plastikbeschichtete „Airbags“ (je nach Leistungsstufe und Type), in denen im Ruhezustand atmosphärischer Druck herrscht.
Bei einem frontalen Anprall steigt der Druck innerhalb der Airbags an bis eine Blende geöffnet wird und die komprimierte Luft entweichen kann. Die Aufprallenergie wird somit absorbiert.
Bei einem seitlichen Aufprall wird die Energie durch die Stahlrahmenkonstruktion und die zwei Stahlseile in den Boden abgeleitet und das Fahrzeug wird auf die Fahrbahn „rückgeleitet“.

4. Was ist ein rückleitender Anpralldämpfer? 

Ein rückleitender Anpralldämpfer absorbiert die Aufprallenergie sowohl bei frontalem als auch bei seitlichem Anprall. Nach einem seitlichen Anprall wird das Fahrzeug (PKW) auf die Fahrbahn „rückgeleitet“.

5. Was ist ein nicht rückleitender Anpralldämpfer?

Ein nicht rückleitender Anpralldämpfer absorbiert die Aufprallenergie nur bei frontalem Anprall.

6. Welche Anforderungskriterien gelten für Anpralldämpfer?

Anpralldämpfer gehören zur Gruppe der Fahrzeugrückhaltesysteme deren Anwendungsbereich in der RVS geregelt wird. Grundsätzlich sind Anpralldämpfer einzusetzen die nach EN1317-3 erfolgreich geprüft und vom BMVIT zugelassen wurden (BMVIT Einsatzfreigabenliste Anpralldämpfer).

7. Wie erfolgt die Auswahl des "richtigen" Anpralldämpfers?

Aufgrund der örtlich erlaubten Fahrgeschwindigkeit kann die Leistungsstufe des erforderlichen Anpralldämpfers ermittelt werden. Hierbei wird in Österreich zwischen den Leistungsstufen 50, 80 und 100 unterschieden.
Anhand der örtlichen Gegebenheit ist zu entscheiden, ob ein nicht rückleitendes oder ein rückleitendes System zur Anwendung kommen soll. Wenn ein „Rückleiten“ des anprallenden Fahrzeuges nicht erwünscht ist (z.B. bei Gegenverkehrsbereichen, Tunnelportalen oder allgemein) sowie ein Einleiten der Aufprallenergie in den Boden aufgrund möglicher statischer Probleme vermieden werden soll/muss (z.B. Brückenbereich), dann empfiehlt sich ein nicht rückleitendes Anpralldämpfersystem mit der entsprechenden Leistungsstufe und Geometrie.
Im Falle der rückleitenden Anpralldämpfer kann entsprechend der geometrischen Anforderungen der abzusichernden Örtlichkeit die Auswahl eines parallelen oder V-förmigen Anpralldämpfers erfolgen.

Die Anprallheftigkeitsstufe der Anpralldämpfer (A oder B), die aus den Tests nach EN1317-3 resultiert, kann ebenfalls als Auswahlkriterium zur Anwendung kommen. In einer Anmerkung zur EN1317-3 wird hervorgehoben: "Die Anprallheftigkeitsstufe A bietet für die Insassen eines von der Fahrbahn abkommenden Fahrzeuges eine erhöhte Sicherheitsstufe als die Stufe B und wird bevorzugt."

8. Was besagt die EN 1317-3?

Teil 3 der Europäischen Norm EN1317 enthält Anforderungen an die Leistungsfähigkeit von Anpralldämpfern. Er definiert Leistungsklassen und Abnahmekriterien für Anfahrprüfungen. In dieser Norm sind die Leistungsstufen der Anpralldämpfer definiert, die für das Aufhalten und Zurückleiten anprallender Fahrzeuge (PKWs) erforderlich sind. Die Anprallheftigkeit von Fahrzeugen auf Anpralldämpfer wird durch die Indizes THIV (Theoretical Head Impact Velocity), PHD (Post-impact Head Deceleration) und ASI (Acceleration Severity Index) festgelegt:

Anprallheftigkeitsstufe A:   ASI ≤ 1,0
Anprallheftigkeitsstufe B:   1,0 < ASI ≤ 1,4
THIV max. lt. EN 1317-3:    44 km/h
PHD max. lt. EN 1317-3:    20 g

9. Anprallheftigkeitsstufe – Was bedeutet ASI?

Der ASI (Acceleration Severity Index) ist ein konventioneller Index, der Aufschluss über die Anprallheftigkeit und mögliche Verletzungen von Fahrzeugpassagieren aufgrund eines Aufpralles gibt. Der ASI wird aus dem quadratischen Durchschnitt der Beschleunigungswerte (Verzögerung) für drei Richtungen (vorwärts, seitwärts, aufwärts) erhalten und mit Richtwerten verglichen, die als sicher gelten.

ASI = 1,0               sehr sicher
ASI = 1,4               noch immer akzeptabel
ASI > 1,4               mögliche schwerwiegende Konsequenzen

10. Warum werden Crashtests mit zwei verschiedenen Fahrzeugen gemacht?

Nach EN1317-3 müssen die erforderlichen Crashtests mit zwei verschiedenen Fahrzeugen gemacht werden. Der Test mit einem „schweren“ Fahrzeug (1300 kg) gibt Aufschluss über die maximal erlaubte Fahrzeuglast für den Anpralldämpfer und so können Aussagen über die Energieabsorptionsfähigkeit getroffen werden. Das „leichte“ Fahrzeug (900 kg) hat 30% weniger Energie. Dieser Test gibt Aufschluss darüber, ob der Anpralldämpfer für die Fahrzeugpassagiere „zu hart“ ist und ob daraus zu große ASI-Werte (ASI > 1,4) resultieren.

11. Was geschieht bei einem Frontalaufprall mit einem festen Hindernis?

Die derzeit am Markt befindlichen Fahrzeuge (PKWs) können die Aufprallenergie, die bei einem Aufprall mit einer Geschwindigkeit von 40 - 50 km/h entsteht, aufgrund ihrer Knautschzone absorbieren. Bei höheren Geschwindigkeiten können jedoch feste Teile (Motor, Getriebe, etc.) in das Innere des Fahrzeuges eindringen und so den Fahrzeugpassagier gefährden.

Die derzeit am Markt befindlichen Fahrzeuge (PKWs) können die Aufprallenergie, die bei einem Aufprall mit einer Geschwindigkeit von 40 - 50 km/h entsteht, aufgrund ihrer Knautschzone absorbieren. Bei höheren Geschwindigkeiten können jedoch feste Teile (Motor, Getriebe, etc.) in das Innere des Fahrzeuges eindringen und so den Fahrzeugpassagier gefährden.

12. Wird ein spezielles Fundament für ALPINA und SNOLINE Anpralldämpfer benötigt?

Nein. Die Anpralldämpfer beider Hersteller können sowohl auf Asphalt- als auch auf Betondecken mit einer Stärke von ca. 22 cm aufgestellt und montiert werden. Dies ist ein großer Vorteil im Vergleich zu anderen Produktherstellern.

13. Werden Wartungsarbeiten für ALPINA und SNOLINE Anpralldämpfer benötigt?

Nein. Die Anpralldämpfer beider Hersteller sind statische Systeme und erfordern keine Wartung. Aufgrund der Luftverschmutzung und dem Winterdienst wird jedoch empfohlen, die Anpralldämpfer jährlich zu reinigen und eine visuelle Inspektion der wichtigsten Komponenten durchzuführen. Die Reinigung kann mit Wasser und einem nicht aggressiven Reinigungsmittel erfolgen.

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